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„Sie leben nicht den Sport, sie sind der Sport“

22.03.2019

Eschweiler. Sportlich ist die Indestadt. Den Beweis dafür lieferten die Verleihungen des Sportabzeichens 2018, die mit der Beteiligung zahlreicher Vertreter in der Aula der Realschule Patternhof gefeiert wurden.

 

Von Manuel Hauck
 

Von jung bis alt erwarben im vergangenen Jahr 1414 Bürger der Stadt das Abzeichen, das Aktivität in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination belegt.

1414 abgelegte Abzeichen sind zwar kein Rekord, doch übertreffen sie bei weitem das erklärte Ziel, 1000 Indestädter zur außerhalb des Wettkampfsports höchsten Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes zu führen. Das stellte die moderierende Kraft des Tages der Verleihung, Dr. Christoph Herzog, fest. Und auch er bewies Kondition, denn drei Zeremonien sollten in rund sechs Stunden durchgeführt werden und die Kleinsten machten dabei den Anfang.

 

Je nach Altersklasse und Geschlecht sind verschiedene Leistungsanforderungen zu erfüllen, um das Sportabzeichen verliehen zu bekommen. In den vier Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination können sich die Prüflinge Disziplinen herauspicken, die ihnen besonders nahe liegen. So fiel die Wahl beispielsweise im Bereich Ausdauer und Schnelligkeit zwischen Laufen und Radfahren, im Bereich Kraft zwischen Kugelstoßen und Geräteturnen und bei der Koordination zwischen Weitsprung und Seilspringen.

 

Die ersten Sportabzeichen erhielten an diesem Tag die Grundschüler. 264 Kinder freuten sich über die Auszeichnung und sorgten in ihrer Altersgruppe für das größte zahlenmäßige Wachstum, denn im Vorjahr wurden noch 182 Abzeichen erworben. Dass die sportliche Betätigung wichtig ist, verdeutlichte Bürgermeister Rudi Bertram zu früher Stunde. Er selbst habe es schleifen lassen und Ausreden gefunden, um sich nicht sportlich zu betätigen, obwohl er dies normalerweise getan hatte: „Der Mops wurde immer dicker, ich war nicht richtig fit.“ Unter anderem auch deswegen habe er die Quittung bekommen und erlitt den Zwischenfall zum Ende des Jahres. Umso mehr freute sich Herzog, dass das Stadtoberhaupt wieder gesund mit von der Partie war.

 

Ebenso grüßte und dankte er den zahlreichen Akteuren, die bei der Durchführung der Sportabzeichen beteiligt waren. Neben Sven Rehfisch, Vorstand der Raiffeisen-Bank Eschweiler als Sponsor, und seinem Team nannte er die Sportlehrer und Abnehmer der Schulen und Vereine und den Regiosportbund, der das Sportabzeichen übergeordnet mittels Leistungserfassung und Urkundenerstellung koordiniert. Zusätzlich dazu galt der Dank auch der Stadtverwaltung mit Petra Seeger und ihren Mitarbeitern vom Amt für Schulen, Sport und Kultur. Bevor die Grundschüler aus den Stadtteilen Stich, Dürwiß, Kinzweiler, Röhe und Stadtmitte als die Ersten die Abzeichen verliehen bekamen, stand wie in den Vorjahren eine sportliche Demonstration im Mittelpunkt.

 

„Sie leben nicht den Sport, sie sind der Sport.“ kündigte Herzog Josef und Gabi Römers mit ihrer Kampfkunstschule Chong Yong an. Als sportliches Aushängeschild der Indestadt gilt die Sporteinrichtung zweifelsohne, zu ihren Erfolgen im Taekwondo und Hapkido zählen unter anderem der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft 2010 und der Vize-Titel bei der WM in Südkorea 2017. Der große Erfolg gelang der Schule 2013, als sie in der Heimat der Kampfkünste Südkorea schlagen konnte und Weltmeister im Hapkido wurde.

 

Erfahrungen im fernen Asien

 

Bei allen drei Verleihungen präsentierten die Sportler die Kampfkunst. Zu Beginn erzählten die Römers mit einem rund zehnminütigen Film von den Erfahrungen im fernen Asien. Anschließend folgte ein Querschnitt der Kampfkunstschule: von den kleinen roten Drachen über den Einschritt-Kampf bis zu der sogenannten Pumsae, bei der ein Kampf ohne direkten Angriff simuliert wird. Gabi und Josef Römers erklärten, dass die Kampfkunst generell nicht dazu da ist, jemandem zu schaden, sondern um die Schwachen schützen.

 

Neben den Demonstrationen zur Selbstverteidigung animierte Chong Yong auch zum Mitmachen. Darüber hinaus präsentierten die Meister der Schule auch Schwertkämpfe und Akrobatik, bei der Holzplatten mit hoher Konzentration und einem Fuß zerschmettert wurden.

 

Josef Römers, der seit 1994 jährlich nach Südkorea fährt, um sich weiterzubilden, wurde vor geraumer Zeit von einem dortigen Experten dazu bestimmt, die Kampfkunst in Deutschland weiterzubringen. Sozusagen als Kadertrainer baute er nicht nur die dafür nötigen Strukturen auf, er erfand auch eine eigene Technik der Schwertkampfkunst, die er unter dem Namen Yongkumdo patentieren ließ. Auch sie wurde im Rahmen der Verleihung mehrfach demonstriert.

 

So wurde den Auszuzeichnenden meisterlicher Sport dargeboten, ehe zur Tat des eigentlichen Anlasses geschritten wurde. Schließlich freuten sich zuerst die Grundschulen über die Sportabzeichen, bei der zweiten Verleihung die Schüler und auch Lehrer des Städtischen Gymnasiums und der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler. Beim dritten Akt wurde die Bühne in der Aula ein letztes Mal richtig voll, als die Realschule, die Gesamtschule und Vereine das Sportabzeichen in Empfang nahmen.

 

Abschließend konnte das Fazit gezogen werden, dass etwa 40 Sportabzeichen mehr erworben wurden als im Vorjahr. 93 Erwachsene und 1321 Jugendliche waren die Bilanz, wobei mit 1050 Abzeichen die weiterführenden Schulen die zahlenmäßig größte Gruppe stellte, während es bei den Grundschulen 264 und bei den Vereinen exakt 100 Sportler waren. Zahlen über Zahlen, um im Metier von Sven Rehfisch zu bleiben, der wage ankündigte, es im nächsten Jahr bei der Resonanz auch einmal zu probieren.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: „Sie leben nicht den Sport, sie sind der Sport“

 

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